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Wer vertritt künftig Euch die internationalen Fahrsportler bei der FEI?
Die Wahl zum FEI Athletenvertreter Driving 2026–2030 läuft – und sie betrifft die internationale Fahrsport-Community unmittelbar. Wer wird künftig die Interessen der aktiven Fahrer innerhalb der FEI vertreten und ihre Stimme in die entsprechenden Gremien tragen?
Die Wahl findet noch bis 31. Oktober 2026, 23:59 Uhr CET statt. Wahlberechtigte Fahrsportler können ihre Stimme noch online über das offizielle Wahlsystem der FEI abgeben.
In den vergangenen Wochen haben sich zahlreiche Fahrsportler bei Hippoevent gemeldet und uns ihre Fragen an die Kandidaten geschickt. Wir haben die häufigsten und für die Fahrsport-Community besonders relevanten Themen aufgegriffen und drei Fragen an Sebastian Warneck weitergeleitet.
Hallo Sebastian... Danke für Deine Zeit die Fragen die uns via Hippoevent zugesendet wurde zu beantworten.
Frage 1: Stimme der Fahrer – echte Mitsprache oder Symbolfunktion?
Viele Fahrsportler wünschen sich mehr Transparenz und echte Einflussmöglichkeiten auf FEI-Entscheidungen.
Wie möchtest Du als Athletenvertreter konkret sicherstellen, dass die Anliegen der Fahrer nicht nur gehört, sondern auch aktiv in Entscheidungsprozesse eingebunden werden?
Sebastian: Ich glaube, genau darin liegt eine der wichtigsten Aufgaben eines Athletenvertreters. Es reicht nicht, dass man die Möglichkeit hat, seine Meinung zu sagen. Entscheidend ist, dass diese Meinung auch tatsächlich in den Entscheidungsprozess einfließt.
Für mich beginnt das aber zunächst ganz einfach mit dem persönlichen Kontakt. Ich möchte versuchen, bei möglichst vielen wichtigen internationalen Turnieren vor Ort zu sein. Das ist der wichtigste Platz an dem sich ein Aktivenvertreter aufhalten sollte. Nicht um sich dort alleine die Prüfungen anzuschauen, sondern vor allem, um für die Fahrer ansprechbar zu sein.
Ich möchte dort einer von ihnen sein – mit den Fahrern sprechen, zuhören und mitbekommen, was sie wirklich beschäftigt. Denn vieles, was einen Athleten bewegt, bekommt man vielleicht gar nicht mit, wenn man nur über E-Mail oder irgendwelche Umfragen kommuniziert.
Natürlich kann ich nicht bei jedem Turnier auf der ganzen Welt sein. Aber gerade bei den großen Championaten und wichtigen internationalen Veranstaltungen möchte ich präsent sein und den direkten Kontakt suchen.
Und dann ist es natürlich wichtig, dass das, was ich dort höre, auch weitergetragen wird. Ich möchte die Anliegen der Fahrer strukturiert in die entsprechenden Gremien einbringen und genauso wichtig finde ich, anschließend transparent zurückzumelden: Was ist mit diesem Thema passiert? Was wurde übernommen und warum vielleicht etwas auch nicht?
Für mich bedeutet Athletenvertretung deshalb nicht, einfach eine zusätzliche Stimme in einem Gremium zu sein. Ich möchte eine echte Verbindung zwischen den Fahrern und der FEI schaffen.
Die Fahrer sollen wissen: Da ist jemand, den kann ich ansprechen, der hört mir zu und der trägt mein Anliegen auch weiter.
Frage 2: Regelwerk & Praxis – wo besteht akuter Handlungsbedarf?
Gerade in den vergangenen Wochen wurde intensiv über Regelauslegungen und deren teilweise weitreichende Konsequenzen für die Athleten diskutiert. Ein Beispiel dafür waren die Vorkommnisse bei der Weltmeisterschaft in Aachen und die Eliminierung von drei Fahrsportlern.
Wie beurteilst Du grundsätzlich den Umgang mit solchen Situationen? Wo siehst Du Handlungsbedarf, damit Regeln eindeutig, nachvollziehbar und für alle Athleten nach denselben Maßstäben angewendet werden?
Sebastian: Ich möchte einen konkreten Fall wie Aachen gar nicht aus der Ferne beurteilen, ohne alle Details und die jeweiligen Entscheidungen genau zu kennen. Aber solche Situationen zeigen meiner Meinung nach sehr deutlich, wie wichtig klare Regeln und eine transparente Kommunikation sind.
Für mich muss ein Athlet wissen können, woran er ist. Regeln müssen nicht nur irgendwo im Regelbuch stehen, sondern sie müssen verständlich sein und in der Praxis möglichst eindeutig angewendet werden.
Und gerade aus meiner beruflichen Tätigkeit als Staatsanwalt ist mir ein Punkt besonders wichtig: Regeln müssen für alle gelten. Es darf keine unterschiedlichen Maßstäbe bei ihrer Anwendung geben.
Wenn zwei Athleten sich in einer vergleichbaren Situation befinden, muss die Regel auch nach denselben Grundsätzen angewendet werden. Das schafft Vertrauen in die Fairness des Sports.
Natürlich muss man bei jeder Entscheidung die konkreten Umstände des Einzelfalls berücksichtigen. Aber die zugrunde liegenden Regeln und Maßstäbe müssen für alle Athleten transparent und nachvollziehbar sein.
Wenn es unterschiedliche Auslegungen gibt oder eine Regel erhebliche Konsequenzen für einen Athleten hat, muss deshalb nachvollziehbar sein, wie die Entscheidung zustande gekommen ist und auf welcher Grundlage sie getroffen wurde.
Ich komme beruflich aus einem Bereich, in dem Entscheidungen begründet und nachvollziehbar sein müssen. Deshalb ist Transparenz für mich ein ganz wesentlicher Bestandteil von Fairness.
Und ich glaube, genau hier kann ein Athletenvertreter auch eine wichtige Rolle spielen: Wenn Fahrer das Gefühl haben, dass eine Regel oder ihre Anwendung unklar ist, muss es jemanden geben, an den sie sich wenden können und der diese Fragen in die entsprechenden Gremien trägt.
Frage 3. Kommunikation zwischen FEI, nationalen Verbänden und Athleten – wer trägt die Verantwortung?
Immer wieder berichten Athleten davon, dass wichtige Informationen oder Änderungen sie verspätet oder nicht ausreichend erreichen.
Wie beurteilst Du grundsätzlich die Transparenz und Kommunikation zwischen FEI, nationalen Verbänden und Athleten? Ist es am Ende tatsächlich der Athlet, der mangelnde Kommunikation ausbaden muss – oder siehst Du eine klare Informationspflicht seitens der FEI und der nationalen Verbände?
Sebastian: Für mich ist Transparenz eine ganz wichtige Grundlage für Vertrauen und Fairness im Sport.Und Kommunikation darf dabei keine Einbahnstraße sein.
Natürlich hat auch jeder Athlet eine Verantwortung, sich über die geltenden Regeln und Änderungen zu informieren. Aber ich sehe ganz klar auch die FEI und die nationalen Verbände in der Pflicht, wichtige Informationen aktiv, rechtzeitig und verständlich an die Athleten weiterzugeben.
Gerade wenn sich Regeln ändern oder es neue Auslegungen gibt, die unmittelbare Auswirkungen auf den Sport haben, kann man meiner Meinung nach nicht erwarten, dass der einzelne Athlet alles selbst irgendwo zusammensuchen muss. Wenn eine Information nicht ausreichend oder nicht rechtzeitig kommuniziert wurde, darf das nicht am Ende allein zulasten des Athleten gehen.
Dabei sehe ich die FEI und die nationalen Verbände gemeinsam in der Verantwortung. Die FEI muss ihre Entscheidungen und Regeländerungen transparent kommunizieren, und die nationalen Verbände müssen diese Informationen auch tatsächlich bis zu ihren Athleten weitertragen.
Ich würde mir deshalb eine Kommunikation wünschen, die stärker in beide Richtungen funktioniert: Die Verbände informieren nicht nur die Athleten, sondern hören auch zu, welche Fragen und Probleme es in der Praxis gibt.
Genau da sehe ich auch die Aufgabe des Athletenvertreters. Ich möchte diese Verbindung schaffen – Informationen von der FEI zu den Fahrern bringen, aber genauso die Erfahrungen und Anliegen der Fahrer zurück in die FEI tragen.
Und für mich ist dabei ein Punkt besonders wichtig: Kommunikation sollte nicht erst dann stattfinden, wenn ein Problem entstanden ist.
Wenn wir frühzeitig und transparent miteinander sprechen, lassen sich viele Missverständnisse und Konflikte wahrscheinlich vermeiden.
Am Ende geht es für mich um einen einfachen Grundsatz: Die Athleten müssen die Möglichkeit haben, die Regeln zu kennen, zu verstehen und sich darauf verlassen zu können. Dafür brauchen wir eine verlässliche Kommunikation zwischen FEI, nationalen Verbänden und den Athleten.
Vielen Dank Sebastian!
FEI Athletenvertreter-Wahl 2026–2030
Noch nicht gewählt? Die Wahl läuft bis 31. Oktober 2026, 23:59 Uhr CET/CEST.
Alle Informationen zur FEI Athletenvertreter-Wahl im Fahrsport 2026–2030, zu den Kandidaten, Wahlberechtigung und Stimmabgabe findet Ihr → LINK
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