23.August 2026
In der dritten Teilprüfung, dem Kegelfahren um den Preis der Event Rent GmbH, wurden heute die Medaillen im Vierspännerfahren vergeben. Die Spannung in der Einzelwertung, dem Preis der Familie Richard Talbot, sowie in der Teamwertung, dem Baron und Baronin von Buchholtz Preis knisterte bis zum letzten Kegel.
Hinter der Ziellinie hielt es Boyd Exell nicht mehr auf dem Kutschbock. Während das Publikum den Australier bereits mit stehenden Ovationen feierte, sprang der 54-Jährige ab und ging zu seinen Pferden – jenen vier Wallachen, die ihm soeben zu seinem achten Weltmeistertitel verholfen hatten. Daan, Hero, Mister Bono van ’t Hooge und der 19-jährige Routinier in seinem Gespann, Checkmate, bekamen reichlich Streicheleinheiten und leise Worte des Dankes von ihrem Fahrer, der wenig später betonen sollte: „Ohne die Pferde sind solche Erfolge nicht möglich. Ich bin unendlich stolz auf sie.“ Erst dann stieg Exell zurück auf den Kutschbock. Zu den Klängen von „Live Is Life“ und dem rhythmischen Klatschen der Zuschauer im bestens besuchten Stadion 2 im Allianz Park ließ sich der Routinier feiern. Für sein achtes Gold. Endlich auch eines in Aachen – nachdem er die Weltreiterspiele 2006 verletzungsbedingt verpasst hatte.
Schon während der Tage im Allianz Park hatte Boyd Exell keinen Zweifel daran gelassen, wie viel ihm dieser Triumph bedeutete. „Ich habe hier eine ganze Menge Schüler am Start“, sagte der 54-Jährige. „Aber alle hatten Verständnis dafür, dass ich mich auf mich selbst konzentrieren musste.“ Wie eindrucksvoll ihm das gelang, erlebten die Zuschauer an diesem Sonntag: Im starken Trab führte Exell sein Gespann mit hohem Tempo durch den Kegelparcours, wählte die engen Linien präzise und behielt dabei jederzeit den Überblick. Die 0,3 Strafpunkte für die Zeitüberschreitung fielen nicht ins Gewicht. Mit insgesamt 142,64 Strafpunkten brachte der Australier seinen Vorsprung aus Dressur und Marathon sicher ins Ziel. Auf die Frage, wie lange er feiern werde, antwortete er lachend: „Wochenlang. Wenn nicht sogar die nächsten zwei Jahre.“
Über die Silbermedaille im Preis der Familie Richard Talbot freute sich Dries Degrieck. Im abschließenden Hindernisfahren behielt der Belgier eindrucksvoll die Nerven und kam mit lediglich 1,13 Strafpunkten ins Ziel. „Es war ein tolles Gefühl“, sagte Degrieck mit Blick auf sein Gesamtergebnis von 148,85 Strafpunkten und seine erste Einzelmedaille bei einer Weltmeisterschaft. „Meine Pferde und ich, wir haben die Atmosphäre hier in Aachen sehr genossen. Es war atemberaubend.“ Das dritte freudestrahlende Gesicht auf dem Podest gehörte dem US-Amerikaner Chester Weber – und der hatte es noch einmal spannend gemacht. Nachdem er die Ziellinie mit einem Kegelfehler und nach Ablauf der erlaubten Zeit passiert hatte, blähte er immer wieder die Wangen auf. Als er dann realisierte, dass ihm die Bronzemedaille nicht mehr zu nehmen war, begann die Jubelfahrt des 48-Jährigen. „Die Medaille gehört dem ganzen Team – allen voran natürlich meinen Pferden“, sagte Weber, der die Atmosphäre im Stadion mit nur einem Wort passend beschrieb: „Wow!“
Die beste Runde des Tages im Preis der Event Rent GmbH gelang dem Niederländer Bram Chardon. Und auch wenn sich der Traum von einer Einzelmedaille für den 33-Jährigen nicht erfüllte, hatte er am Ende allen Grund zur Freude: Gemeinsam mit seinem Vater Ijsbrand Chardon und dem Marathonsieger des Vortags, Koos de Ronde, triumphierte er in der Mannschaftswertung im Baron und Baronin von Buchholtz Preis. Das Team kam auf ein Gesamtergebnis von 315,13 Strafpunkten. „Wir wussten, dass wir alles geben mussten, um hier zu gewinnen“, sagte Bram Chardon. „Dass es nun wirklich geklappt hat, ist einfach wunderbar.“ Hinter den Mannschafts-Weltmeistern aus den Niederlanden belegten die Teams aus Australien mit 317,25 und Belgien mit 325,52 Strafpunkten die Plätze zwei und drei.
Aachen26: FEI Driving World Championship Four-in-Hand: Koos de Ronde ist der Beste im Marathon

22. August 2026
Donnernde Hufschläge, aufspritzendes Wasser, atemberaubende Wendungen und ein Publikum, das jedes Gespann über die Strecke trug: Der Marathon der Vierspänner verwandelte die Geländestrecke Soers im Preis der schwartz Gruppe heute in eine Bühne für Fahrsport auf höchstem Niveau.
Auf der weitläufigen Marathonstrecke wurde eindrucksvoll sichtbar, was den besonderen Reiz dieser Disziplin ausmacht: hohes Tempo, technische Präzision und die perfekte Abstimmung zwischen Fahrer, Grooms und Pferden. In der zweiten Teilprüfung der FEI Driving World Championship Four-in-Hand kämpften die besten Fahrer der Welt um wertvolle Punkte in der Team- und Einzelwertung – und um jede Zehntelsekunde in den acht anspruchsvollen Hinderniskomplexen. 53 Gespanne gingen an den Start und fanden Bedingungen vor, die sportlich alles abverlangten und zugleich eine beeindruckende Kulisse boten. Entlang der Strecke herrschte von der ersten bis zur letzten Fahrt eine außergewöhnliche Atmosphäre. Begeisterter Applaus begleitete die Gespanne durch die Hinderniskomplexe, während die Fahrer nach gelungenen Passagen immer wieder den Kontakt zum Publikum suchten.
Für einen besonderen Publikumsmoment sorgte Boyd Exell. Der siebenfache Weltmeister aus Australien überzeugte mit einer flüssigen und präzisen Fahrt. Sein Gespann bewältigte selbst die engsten Linien mit beeindruckender Selbstverständlichkeit. Immer wieder nahm der 54-Jährige nach dem Passieren der Hindernisse Kontakt zu den Zuschauern auf, hob den Daumen und winkte in die Menge. „Ich habe das Publikum heute richtig genossen. Die Zuschauer haben uns geradezu über die Strecke getragen. Diese Atmosphäre ist etwas ganz Besonderes“, sagte der Routinier, dessen Runde geprägt war von klaren Linien, fließenden Übergängen und millimetergenauer Präzision. Eng an den entscheidenden Toren vorbei, ohne den Rhythmus zu verlieren, fuhr der Australier auf Rang drei des Tages (110,48). Damit ist er seinem großen Ziel ein weiteres Stück nähergekommen: dem achten Weltmeistertitel und dem bislang noch fehlenden WM-Triumph in der Soers.
Am schnellsten bewältigte Koos de Ronde die anspruchsvolle Prüfung. Der Niederländer siegte mit 108,39 Strafpunkten. „Es war fantastisch. Wir waren richtig im Flow, und es hat unglaublich viel Spaß gemacht“, sagte de Ronde nach seiner Siegerfahrt. Seine Worte beschreiben eine Runde, in der Tempo und Präzision eine bemerkenswerte Einheit bildeten. Der 49-Jährige fand durch die Hinderniskomplexe die entscheidenden Linien und hielt sein Gespann auch in den technisch anspruchsvollsten Passagen souverän auf Kurs. Zufrieden zeigte sich auch der belgische Weltcup-Sieger Dries Degrieck, der mit 109,53 Strafpunkten Rang zwei belegte: „Meine Pferde sind hervorragend in Form. Sie haben heute großartig gearbeitet, und ich bin sehr glücklich mit unserer Fahrt.“
Mit dem Marathon ist die zweite Teilprüfung der FEI Driving World Championship Four-in-Hand abgeschlossen. In der Gesamtwertung nach Dressur und Marathon führt Boyd Exell mit 142,34 Strafpunkten vor Dries Degrieck (147,72) und dem US-Amerikaner Chester Weber (149,61). Die Entscheidung um die Einzelmedaillen bleibt damit bis zum letzten Kegel offen – auch in der Teamwertung. Hier geht Australien mit 308,06 Strafpunkten als führende Nation in das Finale. Dahinter folgen die Niederlande mit 310,37 Punkten und Belgien mit 310,82 Punkten. Morgen fällt im Preis der Event Rent GmbH die Entscheidung über Gold, Silber und Bronze.
FEI Driving World Championship Four-in-Hand: Chester Weber glänzt in der Dressur

21. August 2026
In Stadion 2 im Allianz Park stand heute für die zweite Hälfte der Vierspännerfahrer die Dressurprüfung auf dem Programm. Im Feinkost Käfer-Preis ging es auch für sie darum, sich in der Einzel- und Teamwertung in Position zu bringen.
Da war sie, die Weber-Faust: Nachdem sein Gespann im starken Trab zur finalen Grußaufstellung marschiert war, konnte Chester Weber seine Emotionen nicht mehr zurückhalten. Der US-Amerikaner wusste, dass ihm eine herausragende Dressur gelungen war. Wie herausragend sie tatsächlich bewertet werden würde, überraschte jedoch selbst den 51-Jährigen. „30? Sicher?“, fragte Weber ungläubig – als brauche er einen Moment, um das soeben Erreichte zu realisieren. „Wow, wow, wow“, sprudelte es aus ihm heraus. Gleich darauf richtete er den Blick auf jene, die maßgeblichen Anteil an seinem Erfolg hatten: „Tolles Team, tolle Pferde!“ Mit 30,40 Strafpunkten erhielt der als Dressurspezialist bekannte Weber, der sein Gespann mit Julius V, Kadora, Amadeus und Nico Teusje C schwungvoll und ausgesprochen harmonisch präsentierte, die beste Bewertung des Tages.
Nur knapp dahinter folgte der Australier Boyd Exell. Der siebenfache Weltmeister, der in Aachen seinen achten Titel anstrebt, zeigte sich mit seiner Bewertung von 31,86 Strafpunkten hochzufrieden. Besonders genoss er die außergewöhnliche Stimmung im Stadion: „Die Atmosphäre ist wirklich großartig. Es war toll zu erleben, wie begeistert uns die Zuschauer zugejubelt haben.“ Hinter dem Belgier Dries Degrieck, der seine Dressur bereits am Vortag absolviert hatte und mit 38,19 Strafpunkten auf dem dritten Platz rangiert, reihte sich Anna Sandmann als beste Deutsche ein. „Der Druck war hoch. Umso glücklicher bin ich, wie es heute für uns gelaufen ist. Ich bin sehr stolz auf meine Pferde“, sagte die 33-Jährige. Mit 38,32 Strafpunkten verschaffte sie auch ihrer Mannschaft – zu der neben Mareike Meier ihr Vater Christoph Sandmann gehört – eine sehr gute Ausgangsposition für den morgigen Marathon im Preis der schwartz Gruppe. Mit insgesamt 79,31 Strafpunkten führt Deutschland die Mannschaftswertung an. Australien folgt mit 81,17 Punkten auf Rang zwei, die USA liegen mit 81,84 Strafpunkten auf dem dritten Platz.

20. August 2026
Der Overnight-Leader heißt Dries Degrieck BEL
Als letzte der sechs Disziplinen fiel heute in Stadion 2 im Allianz Park auch für die Vierspännerfahrer der Startschuss bei diesen Weltmeisterschaften: Im Feinkost Käfer-Preis absolvierte die erste Gruppe der insgesamt 54 Gespanne ihre Dressurprüfung.
„Ich könnte nicht glücklicher sein“, zog Dries Degrieck nach seiner Dressurprüfung eine rundum positive Bilanz. Der 31-jährige Belgier, der Anfang des Jahres das Weltcup-Finale gewonnen hatte, zeigte sich insbesondere mit der Leistung seiner vier Wallache Kompleet VS, Karpos, Lancelot und des erst sechsjährigen Parla Pardoux hochzufrieden.
„Vor allem das junge Pferd hat sich hervorragend präsentiert. Das macht mich sehr stolz“, sagte Degrieck.
Der Einzel-Bronzemedaillengewinner der Europameisterschaften 2025 kam auf 38,19 Strafpunkte und setzte sich damit nach Abschluss der ersten Hälfte des Starterfelds souverän an die Spitze. Mit dieser Leistung unterstrich der aufstrebende Belgier seine aktuelle Topform. Erst Ende Juli hatte er in Rastede die versammelte Weltspitze um den Australier Boyd Exell und den Niederländer Bram Chardon hinter sich lassen.
Auf dem geteilten zweiten Rang liegen nach dem ersten Tag Ijsbrand Chardon aus den Niederlanden und Christoph Sandmann mit jeweils 44,78 Strafpunkten. Der 59-jährige Deutsche gehört zu den Athleten, die bereits bei den FEI World Equestrian Games 2006 in Aachen am Start waren. Damals gewann er Mannschaftsgold und die Bronzemedaille in der Einzelwertung. 20 Jahre später kehrt er in die Soers zurück – diesmal gemeinsam mit seiner Tochter Anna, mit der er für Deutschland in der Mannschaft startet.
„Es war immer unser großes Ziel, einmal gemeinsam in einem Team zu fahren. Darauf haben wir lange hingearbeitet“, sagte der Routinier.
Morgen wird er seiner Tochter besonders fest die Daumen drücken: Am Nachmittag tritt Anna Sandmann in der Dressur an, die sowohl für die Einzel- als auch für die Teamwertung entscheidend ist.
Belgien führt die Teamwertung an In der Teamwertung liegt nach der ersten Hälfte des Starterfeldes Belgien mit 92,90 Strafpunkten an der Spitze. Dahinter folgen die Niederlande mit 96,22 und Ungarn mit 115,34 Strafpunkten.

19. August 2026
Aachen26: Ab morgen startet der Kampf um die Medaillen
Die Vierspännerfahrer und ihre Pferde sind bereit: Ein starkes Starterfeld geht ab morgen zunächst in der Dressur an den Start, am Samstag folgt die rasante Marathonprüfung, bevor die Entscheidung am Sonntag im Kegelfahren fällt. Die Favoriten sind mit großen Ambitionen in den Allianz Park gekommen.
Es herrscht reges Treiben – Zelte werden aufgeschlagen, Pferde versorgt, Kutschen fahren vorbei. Das Fahrerlager versprüht ein ganz besonderes Flair, die Vierspännerfahrer leben hier in den Tagen der FEI World Championships Aachen 2026 in ihrer eigenen Welt. Mittendrin spannt einer sein Pferd an, der seiner Sammlung in Aachen einen weiteren Titel hinzufügen will: Boyd Exell, siebenfacher Weltmeister.
„Mir geht es wirklich gut. Meine Pferde sind sehr stark und sehr motiviert, ihr Bestes für mich zu geben“, erzählt der Australier, der mit der Soers noch eine Rechnung offen hat: 2006 hatte ihn eine Verletzung kurz vor dem Championat gestoppt, 20 Jahre später möchte er nun den Weltmeistertitel in Aachen gewinnen. Seine Strategie? „Wir sind selbstbewusst, bleiben aber mit beiden Füßen auf dem Boden. Wir wollen einfach jede Phase nach der anderen angehen und dann sehen wir, was das Ergebnis am Ende der Woche sein wird.“
Die Voraussetzungen könnten kaum besser sein, sowohl im Stadion 2, wo mit dem Feinkost Käfer-Preis die Dressurprüfung und am Sonntag das abschließende Kegelfahren im Preis der Event Rent GmbH stattfinden, als auch auf der Geländestrecke, die die Bühne für den beliebten Marathon im Preis der schwartz Gruppe bildet. „Das Stadion sieht mit all den Tribünen fantastisch aus, ich bin sehr beeindruckt. Und die Marathonstrecke hat wie gewohnt einen sehr hohen Standard“, lobt Boyd Exell.
Zu den Top-Favoriten gehört auch Bram Chardon, Europameister und Weltcup-Sieger aus den Niederlanden. „Der Masterplan steht fest: Das Ziel ist der Sieg“, lässt Chardon keinen Zweifel daran, dass er mit großen Erwartungen in den Allianz Park gereist ist. Sowohl die Einzel-Goldmedaille als auch ein Sieg in Aachen fehlen ihm in seiner Titelsammlung noch – diese Woche will er beides gleichzeitig abhaken. „Aber es gibt so viele herausragende Kutschfahrer, die genauso gut vorbereitet sind wie ich.“ Der Niederländer erwartet nicht weit von seiner Heimat entfernt ein riesiges Publikum und eine einzigartige Kulisse. „Die Pferde sind bereit und in Topform, das wird eine spektakuläre Woche“, freut er sich auf die Prüfungen.
Deutsches Team mit Medaillenambition
Gleiches gilt für Anna Mareike Meier, Rene Poensgen, Anna Sandmann, Christoph Sandmann und Georg von Stein, die die deutschen Farben vertreten. „Die Konkurrenz ist unheimlich stark, aber die Mannschaftsmedaille ist unser Ziel“, sagt Anna Mareike Meier, die bei Weltmeisterschaften bereits zweimal Silber und einmal Gold mit der Mannschaft gewonnen hat. Welche Bedeutung die Heim-WM für sie hat, lässt sich an ihrer Dankbarkeit für einen der begehrten Startplätze feststellen: „Hier dabei zu sein, war seit langer Zeit unser Ziel, seit vier Jahren arbeiten wir darauf hin.“ Ihre Pferde seien in Topform und sie könne es kaum erwarten, endlich an den Start zu gehen. „Aachen ist jedes Jahr aufregend und etwas Besonderes, aber dieses Jahr nochmal deutlich mehr.“
PA




















