Wir beginnen die Serie von Jagoda Karpińska mit einem Interview mit Marco Freund – Trainer der Polnischen Fahrsportler und Coach des polnischen Fahrteams Jugendfahrteams.
Marco, du warst selbst schon in jungen Jahren im Fahrsport aktiv. Wie sehr helfen dir diese Erfahrungen heute bei der Arbeit mit der nächsten Generation junger Fahrerinnen und Fahrer?
Marco: Schon in jungen Jahren mit dem Fahrsport zu beginnen, vermittelt eine wertvolle Perspektive für die Arbeit mit heutigen Nachwuchsathleten. Als ich selbst anfing, gab es nur eine begrenzte Anzahl junger Teilnehmer in unserem Sport. Wenn man heute auf die internationale Fahrsportszene blickt, ist es beeindruckend zu sehen, wie stark sich der Jugendfahrsport entwickelt und als wichtiger Bestandteil unseres Sports etabliert hat.
Jugendfahrsport bedeutet weit mehr als sportliche Ergebnisse. Durch das tägliche Training, die Verantwortung für Pferde und Ponys, Teamarbeit, Erfolge, Rückschläge und internationale Erfahrungen entwickeln junge Athleten Fähigkeiten, die sie ihr ganzes Leben begleiten werden. Sie lernen Disziplin, Engagement, Respekt, Geduld und Verantwortungsbewusstsein. In vielerlei Hinsicht formt der Sport sie nicht nur zu besseren Athleten, sondern auch zu besseren Menschen.
Einer meiner wichtigsten Grundsätze lautet: „Entwicklung entsteht gemeinsam.“ Junge Sportler verbessern sich durch gemeinsame Erfahrungen, gegenseitige Unterstützung und das Lernen in der Gruppe. Es ist sehr erfreulich zu sehen, wie stark dieser Gemeinschaftsgedanke innerhalb des polnischen Jugendteams ausgeprägt ist.
Was macht das polnische Jugend-Fahrteam heute besonders?
Marco: Was dieses Team wirklich besonders macht, ist die Kultur, die innerhalb der Gruppe entstanden ist.
Es gibt nur wenig Neid und sehr viel gegenseitige Unterstützung. Die Athleten arbeiten zusammen, helfen einander und freuen sich ehrlich über die Erfolge ihrer Teamkollegen. Freundschaften entstehen nicht nur auf den Turnierplätzen, sondern auch darüber hinaus.
Besonders inspirierend ist es zu sehen, wie die älteren U25-Fahrer die jüngeren Fahrerinnen und Fahrer der Children- und Juniorenklassen anfeuern, als wären sie Teil ihrer eigenen Familie. Alle freuen sich, gemeinsam diesen Weg zu gehen und Polen zusammen zu vertreten.
Das Team ist eine echte Gemeinschaft, in der Erfolge gemeinsam gefeiert, Rückschläge gemeinsam überwunden und Leistungen gemeinsam analysiert werden, um sich weiterzuentwickeln. Diese Erfahrungen sind für junge Menschen unglaublich wertvoll und schaffen Erinnerungen und Erkenntnisse, die weit über den Sport hinausreichen.
Wie hat sich der Jugendfahrsport in Polen in den letzten Jahren entwickelt?
Marco: Die Entwicklung ist sehr positiv und äußerst ermutigend.
Der polnische Fahrsport entwickelt sich insgesamt stetig weiter, und der Nachwuchsbereich ist ein wichtiger Teil dieses Fortschritts. In allen Alters- und Leistungsklassen gibt es ein klares Bestreben, sich kontinuierlich zu verbessern. Noch wichtiger ist jedoch, dass junge Fahrer heute früher denn je in die Fahrsportgemeinschaft integriert werden. Sie werden herzlich aufgenommen und in einem positiven Umfeld gefördert.
Glücklicherweise verfügt Polen derzeit über eine gesunde und motivierte Nachwuchsszene. Neue Talente werden schnell in die Gemeinschaft aufgenommen, und es besteht eine große Bereitschaft, die nächste Generation zu unterstützen.
Was sind die wichtigsten Ziele und Prioritäten des polnischen Jugendteams für die Saison 2026?
Marco: Der klare Schwerpunkt für 2026 liegt auf den Europameisterschaften in Rumänien.
Das Team arbeitet intensiv daran, dort bestmöglich vorbereitet anzutreten und Polen auf höchstem Niveau zu vertreten. Konkrete sportliche Ziele wurden intern definiert, doch das wichtigste Ziel bleibt, das Potenzial jedes Athleten und jedes Gespanns bestmöglich auszuschöpfen.
Wenn es gelingt, in allen drei Teilprüfungen das volle Potenzial abzurufen, werden starke Ergebnisse ganz automatisch folgen. Sich mit den besten Fahrern Europas zu messen, Spitzenplatzierungen zu erreichen und möglicherweise um Medaillen zu kämpfen, sind Ziele, die das gesamte Team motivieren.
Wie wichtig sind Sponsoren, Unterstützer und die Verbandsstrukturen für die Entwicklung junger Athleten?
Marco: Die Förderung junger Talente braucht die Unterstützung vieler Menschen und Organisationen. Der Verband, private Unterstützer, Familien, Vereine, Trainer und Sponsoren spielen alle eine entscheidende Rolle dabei, jungen Athleten Möglichkeiten zu eröffnen.
Ein aktuelles Beispiel war die Initiative des Verbandes, das gesamte Jugendteam mit neuen Cap-Italia-Helmen auszustatten. Das mag wie eine kleine Geste erscheinen, doch die Wirkung war enorm. Die Athleten trugen die Helme mit Stolz beim internationalen Turnier in Bogusławice, und sie stärkten das Gemeinschaftsgefühl innerhalb des Teams.
Solche Momente zeigen, dass Unterstützung nicht nur finanzieller Natur ist. Sich wertgeschätzt, wahrgenommen und unterstützt zu fühlen, kann einen enormen Einfluss auf Motivation und Teamgeist haben.
Welche Ambitionen hat das Team für die kommenden internationalen Veranstaltungen?
Marco: Die Ambitionen sind hoch. Jede internationale Veranstaltung bietet die Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln, Leistungen weiterzuentwickeln und den nächsten Schritt nach vorne zu machen.
In den kommenden Wochen wird das Jugendteam seine Vorbereitung mit weiteren Lehrgängen fortsetzen und gezielt an den Erkenntnissen aus dem ersten Teil der Saison arbeiten. Ziel ist es, sich kontinuierlich zu verbessern und bei den wichtigsten Meisterschaften in bestmöglicher Form an den Start zu gehen.
Ist der Jugendfahrsport heute das Fundament für zukünftige internationale Erfolge des polnischen Fahrsports?
Marco: Ohne jeden Zweifel!
Die heutige Generation junger Fahrerinnen und Fahrer ist die Zukunft des polnischen Fahrsports. Wir sind stolz auf das, was diese Gruppe bereits erreicht hat, und noch gespannter auf das, was vor ihr liegt. Diese jungen Athleten geben allen Grund zu der Überzeugung, dass die Zukunft des polnischen Fahrsports in sehr guten Händen liegt.
Ich bin stolz und freue mich, Teil ihres Weges zu sein.
Danke Marco, für das Gespräch!
P… wie Power! Das polnische Nachwuchsteam im Fahrsport
Das Interview führte Jagoda Karpińska - in den nächsten Tagen werden wir die Mitglieder des Polnischen Jugend Fahrteams vorstellen.





















