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Deutsche Meisterschaft der Vierspänner 2022

Michael Brauchle verteidigt Titel - Steffen Brauchle holt Gold bei den Pony-Vierspännern

Zwei Familien haben die Deutschen Meisterschaften der Vierspänner in Rastede dominiert: Michael Brauchle (Aalen) verteidigte seinen Titel bei den Pferden, sein älterer Bruder Steffen (Lauchheim-Hülen) gewann den Meistertitel bei den Ponys. Die Zwillingsbrüder Niels und Sven Kneifel (beide Wunstorf) gewannen Silber und Bronze bei den Ponys.

2019 wurde Michael Brauchle in Riesenbeck zum ersten Mal deutscher Meister, damals sogar mit einem gebrochenen Bein. In Rastede konnte er seinen Titel aus 2021 verteidigen, wurde hier zum vierten Mal Deutscher Meister.

„Michael fährt derzeit in einer tollen Form“, lobte Bundestrainer Karl-Heinz Geiger den jungen Familienvater. Beim CHIO in Aachen war Brauchle nicht am Start, an dem Wochenende wurden seine Frau und er Eltern von Zwillingen. In der Dressur belegte der alte und neue Deutsche Meister den dritten Platz, beim Kegelfahren und dem Marathon fuhr er als Sieger durchs Ziel. 133,54 Punkte standen auf seinem Konto, ganz klar der erste Platz vor Altmeister Christoph Sandmann (Lähden), der auf 142,36 Punkte in der Kombinierten Wertung kam. Nach einem mäßigen Dressurergebnis (7. Platz) holte er mit dem zweitbesten Ergebnis im Gelände und Rang zwei im Kegelfahren noch mächtig auf und wurde Deutscher Vizemeister.

Bronze ging an Georg von Stein (Modautal), der sich mit 146,75 Punkten hauchdünn vor Mareike Harm auf dem vierten Platz setzte (146,81 Punkte). Sie hatte die Dressurprüfung souverän gewonnen. Im Kegelfahren, das in Rastede vor dem Marathon stattfand, konnte sie nicht die erhoffte Nullrunde fahren. So schmolz ihr Vorsprung dahin. Der sechste Rang im Gelände reichte in der Gesamtwertung dann nicht mehr aus für einen Platz auf dem Treppchen.

DM Pony-Vierspänner: Elfter Titel für Steffen Brauchle
Die Eltern Brauchle dürften heute Abend besonders stolz sein: Zwei Söhne, zwei Deutsche Meister, mehr geht eigentlich nicht. Michaels älterer Bruder Steffen Brauchle ging bei den Pony-Vierspännern als Sieger auf die Ehrenrunde und wurde sogar schon zum elften Mal Deutscher Meister (132,47). Dressur und dem Kegelfahren gewann er, im Gelände wurde es Rang zwei. Ihm folgten in der Meisterschaft auf dem Silber- und Bronzerang die Brüder Kneifel. Niels Kneifel sammelte nach dem zweiten Platz in der Dressur, dem Sieg im Gelände und Rang vier im Kegelfahren insgesamt 135,51 Punkte, damit wurde er Vizemeister. Sein Zwillingsbruder Sven gewann mit 156,70 Punkten Bronze. Niels Kneifel war schon mit dem Pony-Zweispänner erfolgreich unterwegs, stieg dann um auf den Vierspänner und war in dieser Anspannungsart schon Teilnehmer der Weltmeisterschaft 2021. Sven Kneifel ist ebenfalls kein Neuling im Pony-Fahrsport, allerdings hatte er nach dem Verkauf seines Gespanns eine längere Wettkampfpause. In Rastede ging er mit den Ponys seines Kollegen Carl Holzum an den Start, der momentan aus zeitlichen Gründen mit dem Turniersport pausiert. Die Begeisterung für den Fahrsport ist im Hause Kneifel wohl erblich, schon Vater Diethelm fuhr Pony-Vierspänner auf höchsten Niveau, war mit seinen Ponys Teilnehmer der Weltmeisterschaft 2009 in Greven.

Länderpokale an Weser-Ems (Pferde) und Hannover (Ponys)
Beim 78. Oldenburger Landesturnier in Rastede gab es für die Fahrer auch eine Mannschaftswertung - die sogenannten Länderpokale. Hier siegte bei den Pferden die Mannschaft aus Weser-Ems (297,74) mit den Fahrern Anna und Christoph Sandmann sowie Max Dangel vor den Fahrern aus Schleswig-Holstein (342,49), für die Rainer Duen, Hans-Peter Goldnick und Mareike Harm gewertet wurden. An dritter Stelle rangierte die Mannschaft aus Baden Württemberg (343,70) mit Heiko Hammann und Michael Brauchle.

Die Mannschaftswertung bei den Ponys sah das Team aus Hannover vorn (292,21). Hier fuhren Christine Klindworth, Niels und Sven Kneifel für ihren Landesverband. Die Baden- Württemberger Anne Hürster, Patrick Harrer und Steffen Brauchle rangierten auf Platz zwei (298,92) vor Reiner Ochs und Wilhelm Tischer aus Hessen (375,86).

Der Renn- und Reitverein Rastede richtet mit seinem Landesturnier alljährlich eine riesige Veranstaltung aus. Die Fahrprüfungen bereicherten das ohnehin in Oldenburg große Zuschauerinteresse noch einmal, so waren zahlreiche Besucher eigens für die Fahrprüfungen angereist. „Wir müssen allerdings dringend die Geldpreise anpassen“, forderte der Bundestrainer Geiger. „Wir haben dem Veranstalter zusätzliche Zuschauer gebracht, kommen uns aber vor wie ein billiges Schauprogramm. Das geht so nicht weiter“, beschreibt er die Resonanz aus dem Fahrerlager. 

FN/Christine Meyer zu Hartum

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