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FOTOGALERIE von Tomas Holcbecher  | Mareike Harm beste deutsche Fahrerin... Deutsche Fahrern fehlte in Tryon das Glück. Mit dem Kegelfahren der Vierspännerfahrer sind die achten Weltreiterspiele zu Ende gegangen. Die deutschen Reiter und Voltigierer kehren mit 17 Medaillen nach Hause zurück, die Fahrer waren dieses Mal jedoch nicht dabei. Sie belegen im Teamranking den fünften und letzten Platz, in der Einzelwertung wird Mareike Harm Zwölfte, Georg von Stein belegt Platz 13.

Es ist dieses Mal leider wirklich nicht besonders gut gelaufen bei uns“, sagte Bundestrainer Karl-Heinz „Charlie“ Geiger. „Wir haben uns natürlich mehr erhofft. Die Veranstaltung hier stand von Anfang an unter keinem guten Stern für uns. Aber wie auch immer: Wir müssen jetzt in die Zukunft schauen, weiter trainieren und schauen, dass wir wieder nach vorne kommen.“

Das deutsche Team mit Christoph Sandmann, Georg von Stein und Mareike Harm hatte bereits in der Dressur keinen optimalen Start erwischt. Im Gelände rutschte die Stute Wanita aus dem Gespann von Christoph Sandmann aus, so dass der 51-jährige Routinier aus dem Emsland ausscheiden musste und keinen Beitrag mehr zur Teamwertung leisten konnte. Das Pferd blieb zum Glück unverletzt. Zum Abschluss startete Sandmann zwar noch im Kegelfahren, kam dort aber mit drei abgeworfenen Bällen und Zeitfehlern nicht über Platz 14 hinaus.

Nur knapp sechs Sekunden länger als erlaubt brauchte Mareike Harm durch den Parcours, brachte dabei aber gleich vier Bällchen zu Fall. „Es war ein sehr anspruchsvoller Parcours mit vielen Rechts- und Linkswendungen. Einmal bin ich ins Stocken gekommen, das war der Gang ein bisschen raus und daher kommen auch die Zeitfehler,“ sagte die 32-Jährige aus Negernbötel in Schleswig-Holstein. „Eigentlich ist das Kegelfahren meine stärkste Disziplin und auch schon in der Dressur hätte es besser laufen müssen.“ Im Gesamtergebnis kamen für sie 203,76 Minuspunkte zusammen: Platz zwölf in der Weltmeisterschaftswertung.

Unzufrieden mit seinem Ergebnis und dem Kegelfahren war auch Georg von Stein (Modautal). Auch er war in der Dressur unter seinen Möglichkeiten geblieben. Auf der 8.230 Meter langen Hindernisstrecke (Phase B) hatte er sieben von acht Hindernissen bestens bewältigt, war jedoch in Hindernis fünf einmal steckengeblieben und hatte dort insgesamt zu viel Zeit verbraucht. Damit startete er von Platz acht ins Kegelfahren, wo er ähnliche Probleme hatte, wie seine Teamkollegin. „Ich habe natürlich versucht, alles zu geben. Aber das war schon ein sehr anspruchsvoller Parcours, die Wendungen kamen sehr schnell und ich habe gemerkt, dass im Verlauf unheimlich viel Unruhe bei mir hereinkam. Die Vorderpferde waren durch das viele Lenken etwas hinter den Leinen. In den Schlangenlinien hat man es dann deutlich gemerkt, dass sie etwas übergesteuert sind“, sagte von Stein, der neben 6,64 Zeitstrafpunkten auch fünf Bälle kassierte. Ein Endstand von 205,74 Minuspunkten bedeutete am Ende Platz 13 für den Odenwälder.

„Der Parcours war einfach sehr schwer gebaut. Das war schon abzusehen, dass nicht viele Nuller dabei herauskommen werden“, sagte auch der Bundestrainer. Tatsächlich gelang es nur einem: dem Niederländer Bram Chandon, der damit am Ende Neunter in der Gesamtwertung wurde. Dazu zählte auch, dass sein Geländeergebnis noch einmal korrigiert wurde. Statt 1 Minute und 04 Sekunden waren ihn in einem Hindernis zunächst fälschlicherweise 104 Sekunden angerechnet worden  – „ein menschlicher Fehler“, wie sich der Veranstalter entschuldigte.

Zur Goldmedaille für die Niederländer reichte es trotz Chardons Nullrunde jedoch nicht. Mit einem Endstand von 356,79 Minuspunkten mussten er, sein Vater Ijsbrand Chardon und Koos de Ronde dem Team des Gastgebers USA (James Fairclough, Misdee Wrigley-Miller und Chester Weber) mit 353,39 Minuspunkten den Vortritt lassen. Die Belgier (Dries Degrieck, Glenn Geerts, Edouard Simonet) wurden mit 364,09 Minuspunkten Dritte.

In der Einzelwertung war dem Australier Boyd Exell die Goldmedaille nicht zu nehmen – sein fünfter WM-Titel seit den Weltreiterspielen in Kentucky/USA. Die Silbermedaille sicherte sich der US-Amerikaner Chester Weber, gefolgt von Edouard Simonet aus Belgien.

PA Deutsche Reiterliche Vereinigung

 

 

Vierspänner mit Pech im Gelände... Christoph Sandmann scheidet im Marathon aus → LINK

Marathonfahrt der Vierspänner verkürzt→ LINK

Deutsche Vierspänner nach Dressur auf Rang fünf → LINK

FOTOGALERIE #drivingGERWEG18 Die Deutschen Vierspänner bei den Weltreiterspielen in den USA - Backstage | Alle Informationen zu den Deutschen Vierspännern @ WEG 2018

FOTOGALERIE #drivingGERWEG18

DRIVING TEAM GERMANY @ WEG TRYON USA 2018

#drivingGERWEG18 

Fotos vom Deutschen Vierspännerteam - BACKSTAGE

 

Alle Turnierinformationen → LINK

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4.September 2018

Silbermedaille als Ziel...Interview mit Vierspänner-Bundestrainer Karl-Heinz Geiger   Die meisten Pferde und das größte Gepäck – diesen Rekord halten die Vierspänner bei den Weltreiterspielen in Tryon in den USA. Bundestrainer Karl-Heinz Geiger darf drei Vierspännerfahrer an den Start bringen. Dazu gehören 15 Pferde, sechs Kutschen plus Trainingswagen, unzählige Gamaschen und vieles mehr. Im Gespräch stellt er die deutschen Fahrer Christoph Sandmann, Georg von Stein und Mareike Harm vor und erklärt, welche Chancen sie sich bei den Weltreiterspielen ausrechnen. 

FN-press: Vierspännerfahren ist ja eher eine Männersache. Aber seit einigen Jahren hat sich die 32-jährige Mareike Harm immer mehr an die Spitze gefahren. Sie gehörte schon bei der EM im vergangenen Jahr mit Georg von Stein und Christoph Sandmann zum Silber-Team. Welche Stärken bringt sie in die Mannschaft ein?
geigerKarl-Heinz Geiger: Mareike Harm ist unsere Dressur- und Kegel-Spezialistin, in diesen beiden Disziplinen kann sie immer punkten. Von allen deutschen Fahrern fährt sie derzeit mit Abstand die beste Dressur und davon versprechen wir uns einiges für das Teamergebnis. In der Geländeprüfung fährt sie vor allem auf Sicherheit. 

FN-press: Mit seinen 51 Jahren ist Christoph Sandmann der erfahrenste Viererzugfahrer im deutschen Team. Seit 1990 gehörte er – mit einer Ausnahme – immer zur deutschen Mannschaft bei Weltmeisterschaften. Aber der Start in die Saison verlief für ihn doch recht holprig. Ist er denn jetzt in Top-Form?
Karl-Heinz Geiger: Christoph hat sich zu Beginn der Saison an der Hand verletzt und konnte auf den ersten Turnieren nicht fahren. Aber sein Gespann wurde von seiner Tochter Anna hervorragend trainiert und auch auf den Turnieren präsentiert. Da haben wir eine richtig gute Nachwuchsfahrerin für die Zukunft. Aber Christoph hat kürzlich beim internationalen Turnier in Beekbergen in den Niederlanden noch einmal selbst seine Top-Pferde gefahren und mit Platz zwei bewiesen, dass nicht nur das Gespann, sondern auch er gut drauf ist und mit ihm zu rechnen ist. Er ist der Allrounder im Team, hat unter anderem im vergangenen Jahr in Aachen die Geländeprüfung gewonnen, fährt aber auch eine gute Dressur und ist sicher im Kegelparcours unterwegs.

FN-press: Und Georg von Stein? Er ist gerade noch Deutscher Meister der Vierspänner geworden. Er und seine Pferde scheinen also auch gut in Form zu sein?
Karl-Heinz Geiger: Georg hat die ganze Saison lang auf die Weltreiterspiele hingearbeitet und jetzt am Ende noch einige tolle Erfolge z.B. bei der DM gefeiert. Er ist unser Marathon-Spezialist, aber auch in den anderen Disziplinen immer gut dabei. 

FN-press: Was ist eigentlich mit Michael Brauchle, dem Europameister von 2015? Spielte er bei den Überlegungen für Tryon keine Rolle?
Karl-Heinz Geiger: Doch, er ist ja auch unsere Reserve und ein Top-Marathonfahrer. Aber er hat in seinem Gespann zur Zeit noch junge, etwas unerfahrene Pferde, für die ein Championat in diesem Jahr vielleicht noch etwas früh gewesen wäre. 

FN-press: Was ist denn das Ziel in Tryon? Mannschafts-Silber wie im vergangenen Jahr bei der EM in Göteborg und zuletzt auch beim CHIO in Aachen?
Karl-Heinz Geiger: Wir sind mit der gleichen Mannschaft in Tryon wie 2017 in Göteborg und Silber ist da schon unser Ziel. Auch wenn ich zu Beginn der Saison da noch nicht so von überzeugt war, dass das klappen könnte, aber in Aachen haben wir uns mit Platz zwei ja schon wieder ganz gut behaupten können. Bei der EM in Göteborg hat Christoph Sandmann neben Team-Silber auch noch die Bronzemedaille in der Einzelwertung gewonnen. Das wäre natürlich schön, wenn es auch in Tryon zusätzlich noch mit einer Einzelmedaille klappt. 

FN-press: Und Mannschafts-Gold ist gar kein Thema? Müsste das Dauer-Abo der Niederländer auf Team-Gold nicht auch irgendwann mal enden? 
Karl-Heinz Geiger: Tja, eigentlich schon und wir nähern uns auch immer wieder mal an, aber die Niederländer betreiben diesen Sport einfach nicht wie wir als Amateure, sondern als Profis mit Sponsoren und haben einfach Top-Gespanne. 

FN-press: Wer sind denn sonst noch so die Konkurrenten, die man im Blick haben muss? Früher waren es immer die Ungarn. 
Karl-Heinz Geiger: Klar, die Ungarn nach wie vor, aber in Tryon sind sie nicht dabei. Aktuell sind besonders die Franzosen und die Belgier sehr stark geworden. Die werden auch alle bei der Medaillenvergabe ein Wörtchen mitreden wollen. 

FN-press: Die Fahrer sind erst am letzten Wochenende der Weltreiterspiele an der Reihe. Aber die Kutschen sind schon längst auf dem Weg oder?
Karl-Heinz Geiger: Ja, die Kutschen und weitere Ausrüstung sind schon am 15. August auf ein Schiff verladen worden und sind somit schon längst auf der Reise. Daher ist Georg von Stein bei den Deutschen Meisterschaften auch mit einem geliehenen Marathonwagen im Gelände gefahren, da sein eigener schon auf dem Weg nach Tryon war. Aber das hat ja auch gut funktioniert.

Alle Informationen → LINK

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Das Interview führte Eva Borg | PA Deutsche Reiterliche Vereinigung

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