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Das grosse Interview...mit der FEI Europameisterin der Junioren Marie Theres Höllmüller aus Österreich.

Als jüngste Teilnehmerin im Starterfeld der Junioren, gewann die 14jährige das FEI Europachampionat 2014 im Polnischen Książ, und damit den Titel der FEI Europameisterin im Fahren der Junioren.

Ende August strahlt nicht nur die Spätsommersonne über dem wunderschönen Privatstall im Niederösterreichischen Hollenstein an der Ybbs. Das Fahrteam Höllmüller ist wieder zu Hause. Nach einigen Wochen in den Niederlanden, im RIANT Equestrian Center in Beekbergen, und dem grandiosen Finale mit dem Titelgewinn in Polen, sitzt die Familie zusammen: „Wir können es noch gar nicht glauben, unsere Marie ist Europameisterin…“

 

Früh übt sich – wer eine Meisterin werden möchte

Bereits mit 8 Jahren nahm Marie Theres die Leinen in die Hand, und – nach korrektem Ausbilden zum Fahrpony wurde „Hubsi“, das Familien Shetlandpony, eingespannt. Mit dem kleinen Mohrenkopf fuhr Marie die ersten Bewerbe, und bereits damals gab es Topscores in den Dressuren…beachtlich - Wertnote 10 für die Haltparade. Mit Marie wuchsen auch die Ponys, und mit „Missi“, einem 120cm großen Welshpony, welches sie von ihrem Bruder übernahm, wurde weiter viel trainiert und erfolgreich auf Turnieren gestartet.

 Marie und Ponys

Marie und ihre Ponys - Campari & Hubsi

Campari – ein 14jähriger Deutscher Sportpony Wallach, ein „Not Easy Pony“

„Vor 3 Jahren bekam ich dann Campari. Er war zuvor bereits ein- und zweispännig im Fahrsport. Ein tolles Pony mit sehr viel Persönlichkeit. Er hat einen ausgeprägten eigenen Willen – der es uns nicht immer einfach macht, und neben den vielen schönen Erlebnissen, hat es immer wieder große Rückschläge gegeben. Aber das ist auch eine tolle Möglichkeit für mich, sehr viel zu lernen. Er liebt Löwenzahnblätter und Löwenzahnwurzeln. Und – er haßt Siegerehrungen und Fototermine – das Herumstehen mag er gar nicht. Erst bei der Ehrenrunde ist er wieder in seinem Element - das genießt er dann. Campari ist mein Sportpartner und Freund. Wir beschäftigen uns sehr viel mit ihm- die ganze Familie. Bei uns sind die Ponies Familienmitglieder. Wir wohnen unter einem Dach, und genießen viel Zeit gemeinsam im Garten. Besonders in den letzten Wochen und Monaten, auch durch die Umstellung des Trainings, sind wir immer stärker zusammen gewachsen – bei der EM hat er für mich gekämpft wie ein Löwe.“

 Campari

Campari...ein „Not Easy Pony“...albr als Europameister darf er auch die Blumen anfressen

Leidenschaft Fahrsport – von Kindesbeinen an…

Zum Fahrsport kam Marie durch Ihre Mutter, die bereits vor Jahrzehnten das Fahrabzeichen machte. Dr. Gabriele Höllmüller ist als Ärztin beruflich sehr engagiert, und nutzt jede freie Minute sich ihrem Fahrteam zu widmen. „Nur gemeinsam schaffen wir das aufwendige Management rund um den Fahrsport in Griff zu bekommen. So mancher Familienurlaub bleibt da auf der Strecke.

Die ganze Familie – der Vater Hannes, sowie Maries älterer Bruder Christoph, mit dem sie gemeinsam ihre ersten Fahrturniere gefahren ist, dessen Interesse sich aber jetzt in Richtung mehr PS verlagert hat – alle haben ihren fixen Platz im Fahrteam Höllmüller.

Anders wäre es nicht möglich – mein Mann bereitet den Lkw vor, wenn wir zu Turnieren fahren. Mein Sohn kümmert sich um die Kutschen. Marie und ich sind aktiv auf den Turnieren oder zum Training unterwegs. Die Arbeit zu Hause – der Stalldienst - bleibt dann bei unseren Männern, die Versorgung der Pferde, von Hund und Katzen,“ so Gabriele Höllmüller, die als Beifahrerin ihre Tochter aktiv begleitet.

„Möglich ist das Ganze natürlich auch nur, weil Marie eine sehr gute Schülerin ist, und wir dadurch auch hie und da einige freie Tage für einen Turnierstart bekommen.“

 Familie Hoellmueller

Familie Höllmüller

Vor dem Erfolg steht die Arbeit…viel Arbeit

Der internationale Fahrsport hat sich in den letzten Jahren extrem weiterentwickelt. Die Anforderungen sind sehr hoch. Es steckt viel Arbeit und Aufwand hinter einer erfolgreichen Fahrsportkarriere. Aber auch die Bereitschaft sich weiterzuentwickeln und sich an den Besten zu orientieren, um Stufe für Stufe sich zu verbessern.

Eine Paradebeispiel dafür ist Marie Theres Höllmüller.

Marie begann ihre Ausbildung in Allhartsberg – wo Daniela Grafenberger und Christian Schlöglhofer ausgezeichnete Jugendarbeit leisten. Sie ist Mitglied des OEPS Talente Teams Fahren – einem speziellen Förderprogramm des Österreichischen Pferdesportverbandes für junge Pferdesportler, indem optimale Bedingungen für eine sportliche Weiterentwicklung angeboten werden. Internationale Trainer und Experten betreuen die Nachwuchssportler sowie ihre Ponys und Pferde. Im Weiteren trainiert Marie mit Josef Stickelberger, der in Österreich für die Ausbildung im Fahrsport zuständig ist, auf der tollen Fahrsportanlage des Reit- und Fahrverein Karlstetten Rosenthal der Familie Marchart.

Im Frühjahr 2014 erfüllte ihre Familie und Mieke van Tergouw Marie einen großen Wunsch. Sie durfte mit ihrem Campari, während der Osterferien zu einem Intensivtraining in die Niederlande. Im wohl besten Fahrstall der Welt – dem RIANT Equestrian Center in Beekbergen, begann für Marie und Campari ein neues Kapitel in ihrer fahrsportlichen Entwicklung. Die Weltmeisterin der Zweispänner Mieke van Tergouw, sowie der internationale Topfahrer des Stalls RIANT, Claudio Fumagalli, erkannten ihr großes Talent, und Marie bekam die Chance, sich in einem hochprofesionllen Trainings- und Sportmanagement-Programm auf die Turniersaison 2014 vorzubereiten. Bereits 2013 konnte das Team RIANT einen jungen Fahrsportler bei einem Championatstitel Gewinn unterstützen. Martin Hölle aus Ungarn wurde 2013 Weltmeister der Einspänner Ponys, nachdem der sich optimal bei RIANT vorbereitet hat.

„Ich hatte in Österreich eine sehr gute Grundausbildung, und profitiere sehr von dem umfangreichen Programm des OEPS Talente Team. Anfang des Jahres war ich dann mit meinem österr. Trainer Josef Stickelberger in den Niederlanden, und wir haben das Team RIANT auch beim Drivingsport Congress im Magna Racino getroffen. In Beekbergen, bei RIANT, haben Campari und ich im letzten halben Jahr dann noch so viel dazu lernen können. Viel an Konsequenz und die Arbeit an Details. Ganz wichtig war für mich, auch die Betreuung des Teams RIANT – und von so viel Erfahrung lernen zu können – im Wettkampf, aber auch in der Vorbereitung und dem ganzen Rundherum am Turnier.“

 

MiekevanTergouwMieke van Tergouw – RIANT Stables – Niederlande: „Es macht mir so viel Freude mit jungen, talentierten und engagierten Fahrern zu arbeiten. Nach dem Pony Weltmeister Martin Hölle aus Ungarn 2013, ist es wieder gelungen, einen jungen FEI Champion, mit unserem Trainings- und Managementprogramm erfolgreich zu coachen. Marie ist ein großes Talent, und so ein nettes Mädchen. Sie hat eine sehr starke Familie unterstützend hinter sich. Ich glaube sie wird noch viele große Erfolge im Fahrsport haben. Das ganzes Team RIANT freut sich sehr über den FEI Europameistertitel der Junioren für Marie Theres Höllmüller, und auf eine weitere erfolgreiche Zusammenarbeit!“

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Den Sommer 2014 verbrachte Marie und Campari dann, 1000 km entfernt von zu Hause, in Beekbergen. „War eine super Zeit, den ganzen Tag von den Profis zu lernen, immer bei den Pferden zu sein, und zusätzlich noch so viel Spaß zu haben.“

Dann kam die Nominierung für das Österreichische Team zu den FEI Europameisterschaften der Fahrsportjugend, die 2014 im Gestüt Książ in Polen ausgetragen wurden.

 

„Bereits über die Nominierung haben wir uns echt gefreut – wir sind ohne große Erwartungen nach Polen gefahren. Doch ich habe gewusst, mein Pony geht so gut wie noch nie, aber – an eine Medaille …davon hab ich nur mal geträumt.“

 

Marie & Campari @ FEI European Championships

 

Spinat macht stark…nichts Neues – aber das dies auch für Ponys gilt…

Begonnen hat die EM in Polen mit Schreckenssekunden. Während des lockeren Trainings am ersten Tag in Książ, wurde Campari von einer Wespe in die Oberlippe gestochen, was eine riesige Schwellung zur Folge hatte. Sofort wurde nach Eis zur Kühlung gesucht – leider erfolglos. Eis war weit und breit nicht aufzutreiben, das Einzige, was besorgt werden konnte, war tiefgefrorener Spinat. „Wir kühlten stundenlang die riesen Ponynase mit Spinat…und es half, bei der Dressur war er wieder topfit und voller Kraft – vielleicht zusätzlich vom Spinat?:) Campari war großartig im Viereck zu fahren. Meine Trainerin – Mieke van Tergouw, kam extra aus Holland, um uns für die Dressur vorzubereiten, und uns zu unterstützen. Auch der Starkregen während unseres Dressurauftritts ließ uns nicht aus der Ruhe kommen. Wir waren platschnass, aber so happy über den 2.Platz im ersten Teilbewerb der EM.“

 

Marathon – ein schweres Gelände rund um das Gestüt Książ

6 Geländehindernisse hatten die Junioren bei dem Europachampionat zu bewältigen. Ein Marathon mit kurzen Wendungen, der sehr geschicktes und überlegtes Fahren, durch viele abwerfbare Teile, forderte. „Campari war so schnell, bereits im ersten Hindernis spürte ich, dass er keine Sekunden verschenken wollte. In manchen Wendungen war er aber etwas zu schnell für mich, aber er ließ sich dabei gut wenden, was sicherlich auch auf unser intensives Dressurtraining zurückzuführen war. Jedes Hindernis war ein Erlebnis. Und – auch Dank meiner Mama, die als perfekter Groom alle abwerfbaren Bälle, bis auf einen im Hinderniss 4, verhindern konnte.

Und dann habe ich mich riesig erschreckt – wir lagen nach Dressur und Marathon in Führung. Da bin ich dann aber richtig nervös geworden.“

Am nächsten Morgen dann – die erste große Überraschung.

“ Ich hatte am Vorabend meine Trainerin angerufen und ihr erzählt dass wir in Führung liegen. Sofort hatte sie sich ins Auto gesetzt und war wieder nach Polen gekommen, um mich zu unterstützen. Ich habe gar nicht glauben können, dass Mieke wirklich den weiten Weg von den Niederlanden nach Polen noch mal zu mir fährt. Sie hat mir so sehr geholfen, mich auf das entscheidende Hindernisfahren vorzubereiten, und uns war klar, dass wir voll angreifen mussten. Der Vorsprung war hauchdünn, und ich konnte es kaum erwarten in den Parcours einzufahren. Und dann sind wir einen echten Kampfparcours gefahren, Campari lief wie auf Schienen – Vollgas und volles Risiko - ein Kegelpaar nach dem anderen.“

Sekunden die auch die mitfahrende Mami nie vergessen wird:“ Ich habe gewusst, meine Zwei können das… die Konzentration und Kraft war zu spüren. Und dann Augen zu und über die Ziellinie… und dann ist ein Traum wahr geworden.“

 

Und an was hat die Europameisterin in den ersten Sekunden gedacht?

„An die tolle Siegerdecke für mein fantastisches Pony– so eine habe ich mir schon immer für Campari gewünscht. Es war einfach unbeschreiblich – die Siegermusik, Alle begannen zu jubeln… und dann wurde mir langsam bewusst – wir sind Europameister!“

 Campari und Marie 6

Die Europameister... Marie & Campari

Und – was wünscht du Dir für Deine Zukunft im Fahrsport?

„Jetzt geht mal wieder die Schule los. Und im Herbst werden wir mit der Familie und mit dem Team RIANT, Pläne für das nächste Jahr machen. 2015 findet für die Junioren keine internationale Meisterschaft statt. Ich würde trotzdem gerne ein paar internationale Turniere fahren. Mal sehen, ob wir das schaffen. Die Dressur ist schon sehr schwer.“

Und für die weitere Zukunft hat das Fahrteam Höllmüller ein ganz heisses Eisen, und auch dazu kann man nur gratulieren…

„Wir konnten ein sehr gutes Pferd bei RIANT kaufen. Einen KWPN Wallach, der derzeit ausgebildet wird, und vielleicht im Spätherbst erstmals von Claudio Fumagalli bei einem kleinen Turnier gestartet wird.“

Schön für den Fahrsport, dass er einen so professionellen Nachwuchs hat, der trotz großem Erfolg am Boden bleibt und weiter – mit viel Ehrgeiz und Bereitschaft zu Lernen – sich große Ziele setzt… und dabei eines nicht vergisst…die Liebe zu ihren Ponys und Pferden.

 

Herzliche Gratulation und viel Erfolg in der Zukunft, Marie!

 

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